Vorbericht zur Grabung 2019

Wattendorf-Grabung 2019.
 
Donnerstag, 4.7.2019.

Der Abbau der unteren Schichten 1 bis 5 wurde angegangen um die Schutz-Zelte zeitnah an eine andere Stelle des Grabungsareals zu versetzten.

Eine eher unbeliebte Aufgabe, weil dieser Abschnitt unseres Schichtstoßes in den letzten Jahren wenig Aussicht auf Funderfolg verhieß, aber wenn, dann schon mehrmals außergewöhnliche Fundstücke freigab. Auch wenn die Erwartungen niedrig angesiedelt waren, der Job musste gemacht werden. Häufig bestehen diese Schichten aus „Fäulen“-ähnlichen, in kleinste Teile zerfallende Kalk/Mergel-Ablagerungen. Doch wir hatten Glück! 

Die durchschnittlich 4mm dicke Schicht 5 ließ sich auf mehreren Quadratmetern mehr oder weniger leicht von den liegenden Schichten abheben. Mal mit der Spachtel, mal mit Hammer und Meißel wurden Platten und Plättchen abgenommen.
Nach der Frühstückspause dann der Moment; Plättchen abheben, na da ist doch wieder mal was Besonderes!

 
Bild rechts: die Numerierung der einzelnen Schichten unseres Abbaupakets (der detaillierte Aufbau unseres Schichten-Pakets ist auch im Grabungsbericht „Wattendorf 2018“ abgebildet).

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Bild oben: Das kleine Köpfchen (ca. 3.1 cm lang) einer Brückenechse (cf. Leptosaurus sp.) liegt auf der Oberseite der Schicht 4! Das Fossil ist in Rückenlage eingebettet. Wie üblich sind Körper, Knochen und Zähnchen mit einer dünnen weißen Kalkschicht überzogen. Dr. Mäuser interpretiert sie als bakterielle Abbauprodukte. Die bange Frage die uns alle bewegt; ist sie komplett oder nur der „Speiserest“ eines größeren Prädators?
Wir entscheiden vorerst „Status quo“ zu belassen und Kontakt zu Dr. M. Mäuser aufzunehmen, der immer gern bei der Bergung von Reptilien dabei sein möchte um helfend einzugreifen und/oder die Bergung zu dokumentieren. Er erreicht noch vor der Mittagspause die Grabungsstelle..

Nun wird eine nach der anderen der noch abdeckenden Platten vorsichtig gelöst und abgehoben.
Unsere Freude ist groß! Es ist eine komplette Brückenechse mit Beinen und Schwanz! Die Erhaltung des Fossils ist ausgezeichnet. Die Präparation wird nicht sehr kompliziert werden, weil nur wenige Plattenbruchstücke zusammengefügt werden müssen. Der gut erkennbare Körper-Umriss lässt überdies auf eine gute Hauterhaltung hoffen. Wenn das zutrifft, muß die abdeckende weiße Schicht mit größter Sorgfalt abgetragen werden.

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Auch das Glück war uns hold. Nahe Karstklüfte verlaufen doch
in ausreichendem Abstand.
Die Pfeile markieren die Lage der
vorderen und hinteren Extremitäten.
Ein Bild von der Unterseite der Schicht 5.
Auf den zusammengelegten Abdeckplatten ist die Echse
durch die Schattenbildung in den vertieften Skelettstrukturen
besser zu erkennen als auf den Platten mit der Fossilsubstanz.
Diese hangenden Platten mit dem Abdruck wurden mir großzügig von Dr. M. Mäuser überlassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Abbau der umgebenden Schichten bis auf die liegend Riffschuttbank ging zügig voran. Den Verlauf der natürlichen Karstgänge wollen wir als dekorativen Begrenzungsrand des späteren Ausstellungs-Objektes erhalten. Die Bergung der Platten mit dem Fossil bereitete keine größeren Probleme. Wie gewöhnlich entstanden beim Ablösen vom lehmigen Untergrund weitere Brüche die durch die bereits bestehende Feinklüftung verursacht werden. Das wissenschaftlich wertvolle Objekt konnten wir in nur wenigen Stunden bergen. Nach der folgenden aufwendigen Präparation und der wissenschaftlichen Untersuchung wird sich herausstellen ob wieder eine neue Art entdeckt wurde.

 

 

 

Sponsoren gesucht.

Viele wissenschaftlich wertvolle Fundstücke sind noch im Depot des NKM Bamberg eingelagert und es kommen bei jeder neuen Grabung hoffentlich neue Funde hinzu. Thomas Bechmann der geowissenschftliche Präparator des Museums ist aus Kapazitätsgründen nicht in der Lage alle Wattendorfer Fundstücke zeitnah freizulegen. Deshalb ist es notwendig externe Präparatoren zu beschäftigen. Die Kosten für dieses Arbeiten sind aber nicht aus dem Budget des Museums zu leisten. Wie schon in der Vergangenheit sind hierfür Spenden von Sponsoren erforderlich. Auch kleine Beträge helfen weiter!

Spenden bitte an:

Freunde des Naturkunde-Museums Bamberg e. V.

Iban: DE39 7705 0000 0302 9100 96 (Stadtsparkasse Bamberg)

Verwendungszweck: Spende für Fossilpräparation

Herzlichen Dank für die Unterstützung.

c-cfk 07. 2019

   

 

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