Wattendorf-Grabung 2018

Und wieder ruft die Lagune!

Am 1. Juni begann die 5-wöchige Hauptgrabung, die anschließend von kurzfristig anberaumten „Spontan“-Grabungen der „Ehrenamtlichen“ bis in den Herbst verlängert wird.

Auch an dieser Stelle sei wieder darauf hingewiesen:
Das Begehen des Steinbruchgeländes ist grundsätzlich, auch an Wochenenden, nicht gestattet. Das Gelände wird Videoüberwacht.
Nur für die Grabungszeiten des Museums Bamberg, wird die ca. 2m dicke Schicht „Wattendorfer Kalk“, die die laminierten Plattenkalke überdecken mit maschinellem Einsatz abgeräumt.
Die Suche nach Fossilien ist nur auf diesem für uns freigeräumten Areal möglich!

 

16.5.2018. 
Freilegen des neuen Grabungsareals. 

Mit einem schweren Bagger aus dem Maschinenpark der Fa.  A. Schorr
wurden die knapp 2 Meter mächtigen Schichten über unseren Fundschichten
„vorsichtig“ abgetragen. 
Mittig im Vordergrund die liegende Dolomitschicht
der letztjährigen Kampagne.
Langsam nimmt die Grabungsfläche Gestalt an.
Etwa 100 qm Fläche sind bis auf wenige Zentimeter
über die Fundschichten abgetragen.
Dr. Mäuser stand ständig mit dem Baggerführer
in Verbindung um zu vermeiden, dass die scharfen
Zähne der Schaufel zu tief ins Gestein eindringen. 

Die noch aufliegende Sedimentschicht und das Lockermaterial über Grabungsniveau wurde in einem zweiten Einsatz am 28.5.2018 von Hand abgetragen.

.

17.5.2018  
„Freundeskreis des Naturkunde-Museum Bamberg e.V.“

Die ordentliche Mitgliederversammlung fand im Medienraum des Museums statt.
Nach den üblichen Tagespunkten suchte der bisherige 1. Vorsitzende Dr. Brückner um seinen Rücktritt aus beruflichen Gründen nach.

Dr. Brückner war der Initiator unseres Vereins und mit den anderen Mitgliedern der Vorstandschaft auch maßgeblich an Veranstaltungen und Vorträgen im zurückliegenden Jahr beteiligt. Er wird uns auch weiterhin im Verein nach Kräften unterstützen.

Die Neuwahl des 1. Vorsitzenden nahm Dr. Schindler (2. Vorsitzender) in die Hand. Vorgeschlagen wurde Professor Dr. H.P. Ecker, der ohne Gegenkandidat einstimmig gewählt wurde.

Ein Highlight des Abends war die Übergabe eines fertig präparierten Kugelzahnfisches aus der letztjährigen Grabung. Der Freundeskreis hatte die Kosten für die externe Bearbeitung übernommen.

Hierzu mehr im bereits veröffentlichen ausführlichen Bericht „Freundeskreis des Naturkunde-Museum Bamberg e.V. 2018“.

.

28.5.2018
Freilegen des Grabungsareals.

Unterstützt durch fünf junge tatkräftige Studenten und zwei „Ehrenamtlichen“ konnte das Museumsteam bei strahlendem Wetter und hochsommerlichen Temperaturen die erforderlichen Arbeiten für den offiziellen Grabungsbeginn am 1.6.2018 in Angriff nehmen.
Die drei Grabungs-Zelte mussten aufgestellt und positioniert werden. Mit so einer großen Mannschaft war das aber überhaupt kein Problem.

.

Von der gesamten Fläche wurde das aufliegende Lockergestein abgegraben.
Stets zu beachten war, dass möglichst wenig der laminierten Schichten aus unserem Grabungsprofil abgetragen wurde! Eine heikle Aufgabe, weil die Baggerzähne doch an manchen Stellen in das Profil eingedrungen waren. Nach mehreren Stunden schaufeln und Abtransport des Abraums mit Schubkarren ist auch mal eine Stärkung nötig. Dabei wurde auch in entspannter Atmosphäre viel diskutiert und gescherzt.

.

Mit neuem Elan ging die Arbeit flott von der Hand. Schon am Nachmittag ging die (vorerst) letzte Schubkarre über die Klippe in das tieferliegende Steinbruchareal. Dann noch etwas „Besenarbeit“, Umsetzen des „Pausenzelts“ mit Einrichtung und die Vorbereitungen waren abgeschlossen.

 

.

1.6.2018
Start der Grabungskampagne 2018!

Eine wesentliche Neuerung die Dr. Mäuser in diesem Jahr einführen und erproben wollte, ist die durchgehende Nummerierung der Spaltebenen in unserer Abbauschicht. Basierend auf einem ca. 14 cm starken Muster-Schichtblock, der im Museum vorbereitet wurde, ist jede Schichtebene mit einer fortlaufenden Nummer versehen. Zukünftig werden wir horizontiert auf nummerierten Schichtflächen graben und nicht mehr die Fundebene jedes einzelnen Fossilfundes einmessen müssen.
Von der untersten Schicht bis zur obersten Schicht sind 24 Ebenen definiert, die wir bei der Arbeit verfolgen können.

Die Kiste mit dem Referenz-Plattenstapel (Bild links) und die vorläufige handschriftliche Beschreibung der Schichten mit zugehöriger Nummer (Bild rechts).

.

Dr. Mäuser beim Bestimmen der Spaltebenen und Abgleich mit den schriftlichen Aufzeichnungen.

 

Schon nach kurzer Zeit hatte Dr. Mäuser diese Aufzeichnungen durch das Material an der Grabungsstelle soweit vervollständigt, dass er sie in die Abbildung des polierten Schichtblocks (auch in der Broschüre „Frankenland am Jurastrand“ abgebildet) einhängen konnte.

Diese Vorgehensweise, entlang einer definierten Spaltebene zu arbeiten, gestaltet sich nicht so einfach wie es sich anhört. Häufig ist festzustellen, dass Spaltebenen die an der einen Stelle der Grabungsfläche öffnen, an anderer Stelle „zusammengebacken“ sind und sich nicht aufspalten lassen. Hier wird über die Dicke der Referenzplatten und der Oberflächenoptik auf die darüber oder darunterliegende Ebene hochgerechnet.
Erschwerend macht sich auch der unebene Untergrund bemerkbar, der unter „unseren“ laminierten Schichten ansteht. Die wellige Oberflächenstruktur, von zahlreichen Klüften durchzogen, könnte Auswirkungen der Dolomitisierung der liegenden Schichten sein und/oder auf tektonische Einflüsse zurückgehen. Diesem Relief folgend, ändern sich häufig Schichtdicken, auch Ab/Auf-Schiebungen von Schlammströmen, die die randlichen Hänge der Lagune hinabgeglitten waren, treten in bestimmten Schichten verstärkt auf.

Ein ca. 8 cm hoher Schichtversatz über viele Meter Länge
im liegenden Dolomit.
Die meterlange Kluft ist etwa
20-30 cm tief und war
ursprünglich mit Lehm gefüllt.
Diese kleine Lehmkluft schneidet
schräg durch den Schwanz
eines lepidotes-artigen Fisch.

.

Einge Funde der ersten beiden Sammeltage:

Zweig von Brachyphyllum sp. Aeger sp. in Bauchlage Tharsis sp.
Problematikum: Algenknödel? Schwimmkrebs non det. Tharsis-Paar, im Tode vereint.

Kaum war ich nicht mehr auf der Grabungsstelle (wegen der Börse in Sainte Marie), schon kommen die besonderen Funde!
Am 4.6. nachmittags wurde ein Engelhai Pseudorhina sp. (ca. 120cm lang) geborgen. Im Vergleich zu bisherigen Fundstücken,  weist die  Schädelgeometrie eine ungewöhnliche Form auf.

   


Tags drauf, in den untersten Schichten die gewöhnlich nur aus börslichen Scherben bestehen, kommt eine schöne kleine Brückenechse auf dünnen aber stabilen Plättchen ans Tageslicht! 

Die Bilder von der Bergung des Engelhais und der Brückenechse wurden von Dr. M. Mäuser aufgenommen und zur Verfügung gestellt.

.

 

Weitere Bilder der folgenden Tage bis Grabungsende am 6.7.2018.

In diesen Tagen wurde es immer deutlicher. Wir hatten ein Areal in Arbeit, dass eine wesentlich geringere Anzahl an Fossilien (aller Arten!) freigab als die Grabungsflächen der letzten Jahre. Selbst die Muschel Aulacomyella die auf Schicht-Fläche 6 in Massen vorkam, ist erheblich seltener zu finden. Über mögliche Ursachen, oder Zufall, wird noch heftig spekuliert.

 .

.

Bild rechts:

Das Grabungsteam ließ sich aber auch durch widrige Umstände und Voraussetzungen  nicht entmutigen!

 

Tharsis sp. ca. 20cm lang.
juveniler Tharsis ca. 6cm lang.
Perfekt erhaltener Seeigel (Cidaride) mit Stacheln,
größter Durchmesser ca. 11 cm.

.

Verschiedene unbestimmte Krebse nach der Bergung.

.

Thomas Bechmann bei der komplizierten Bergung eines lepidotes-artigen Fisches mit ca. 70 cm Länge.

.

Erst-Fund in Wattendorf
Ringelwurm (cf. Ctenoscolex),
insgesamt ca. 15cm lang

und 5 mm dick auf hauchdünnem Plättchen.
Der unbestimmter Häutungsrest
eines Krebses.

Zum träumen, der tropische Himmel über unserer Lagune.

.

  Auf dem 2. Grabungsareal auf der untersten Sohle konnten wir mehrere Schurfe anlegen. In mineralisch gebundenen Schichten, eingelagert zwischen dolomitischen Bänken, konnten wir eine Vielzahl kleiner Fische aber auch solche bis zu 25cm Länge sowie diverse Krebse bergen. Die Schichten trennen nur kleinräumig weshalb sich die meisten Fossilien nicht bergen lassen.

unbestimmtes Fischchen, ca. 10 cm lang Tagesfang! unbestimmter Fisch, ca. 20cm lang
cf. Pholidophoride
Schwanz in Grätenerhaltung
cf. Besenfisch
Anschlussstück zum Schwanz
mit Bauchflosse zum cf. Besenfisch
cf. Eryon

.

16.6.2018
Ein Wasserschaden im Museum!
Das Wochenende, 16./17. 6. war ein „schwarzes“ Wochenende für das NKM Bamberg. Am Samstagvormittag fiel die Stromversorgung in den Ausstellungsräumen plötzlich aus. Die Suche nach der Ursache führte sehr schnell ins Archiv, weil sich dort der zugehörige Sicherungskasten befindet. Blankes Entsetzen kam beim Betreten auf! Wasser stand schon etwa 15cm hoch in den Räumen, der Sicherungskasten war durch Spritzwasser geflutet. Eine Muffe der an der Decke verlegten Rohrleitung war undicht und das Wasser spritzte mit hohem Druck über die Depotschränke wo unter anderem die Schätze der „Lagune von Wattendorf“ lagern. Die herbeigerufene Feuerwehr konnte den Wassereinbruch schnell stoppen und die Räume mit einer Tauchpumpe und Nass Saugern wieder trockenlegen. Mehrere Bautrockner kamen zu Einsatz um der Feuchtigkeit Herr zu werden. Schon am Montag den 18.6. ruft Professor Dr. H.P. Ecker im Mitgliederbrief 2018/2 den Freundeskreis um Mithilfe bei der Bergung und Umlagerung der vielen durchnässten Objekte auf. Dr. Mäuser, das Museumspersonal und viele Freiwillige konnten in tagelanger Arbeit diese Herkulesaufgabe schultern. Die Nacharbeiten (wegen Schimmelgefahr) werden sich aber noch über Monate hinziehen.

 

26.6.2018
Offizielle Übergabe des Kugelzahnfisches im Steinbruch.

Die Vorstandschaft des „Freundeskreis des Naturkunde-Museum Bamberg e.V.“
hatten am 26.6.2018 zur Öffentlichen Übergabe des Fossils an den Fund-Ort im Steinbruch Andreas Schorr geladen.
Dr. Markus Schorr hatte Mitarbeiter abgestellt, die wegen der sommerlichen Hitze einen Pavillon und Tische für Getränke und „Schnittchen“ aufgestellt hatten. Die Stellfläche wurde vorher noch mit der betriebseigenen Kehrmaschine von den allgegenwärtigen Gesteinsbrocken und Splitt gereinigt. Die Veranstaltung erhielt dadurch einen angemessenen festlichen Rahmen im eher martialischen Umfeld.

.

Nach den Begrüßungsworten des 1. Vorsitzenden des „Freundeskreises“, Professor Dr. Hans-Peter Ecker, ging Dr. Markus Schorr in seinen Ausführungen auf die Entwicklung und die Produktpalette des Steinbruchs ein. Landrat Johann Kalb bedankte sich für die Einladung und zeigte sich in seiner Rede beeindruckt von großen Engagement des NKM Bamberg. Er stellte in Aussicht, sich in Zukunft für die Interessen des Museums auch privat zu engagieren. Dr. Matthias Mäuser, Leiter des Museums, erläuterte anschließend in seinen Ausführungen die Besonderheiten des Neufundes. 
Die geladenen Gäste und die Presse zeigten großes Interesse an der zeitgleich laufenden Arbeit des Grabungsteams. Wir wurden zu jeder Tätigkreit befragt, fotographiert und/oder gefilmt.

In den nachfolgenden Tagen konnte ein regelrechter „Kugelzahnfisch“-Hype in den deutschen Print- Medien und im Fernsehen verzeichnet werden!

.

 

 
Landrat Johann Kalb (Bildmitte neben Dr. Matthias Mäuser) im Kreise der geladenen Gäste. Professor Dr. Hans-Peter Ecker vom Freundeskreis, links im Vordergrund.

 

28.6.2018
Liveaufnahmen des BR Fernsehen im Steinbruch.

Michael Bauer vom Bayrischen Fernsehen (im rechten Bild, vorn rechts) war mit Rupert Heilgemeir (Kamera) und Rolf Lorntschk (Ton) am 27.6.2018 im Naturkunde-Museum für Aufnahmen vor Ort. Am 28.6.wurde die Ausgrabungs-Location zum Set und wir zu begehrten Statisten. Über viele Stunden wurden Szenen im Steinbruch aufgenommen und unsere Tätigkeiten im Rahmen der Fossilbergung dokumentiert. Das Filmteam zeigte sich sichtlich beindruckt und begeistert von der Leistung des Grabungsteams. 

Am 11. August 2018 wird das Bayrische Fernsehen in der Sendereihe
„Zwischen Spessart und Karwendel“/BR einen ausführlichen Bericht über das NKM-Bamberg und die Grabung in Steinbruch A. Schorr senden.

Die Sendung ist auch in der
br mediathek; zwischen Spessart und Karwendel; vom 11. und 12.8. zu sehen (ca. 13 min nach Sendungsbeginn).

.

Über die nachfolgenden „Sondergrabungen der Ehrenamtlichen“ wird an dieser Stelle berichtet, sobald Funde oder Ereignisse dazu Anlass geben.

Nach dem Ende der offiziellen Grabung am 6.7.2018 verabredeten wir uns wöchentlich zu einem zusätzlichen Grabungseinsatz. Bereits am 12.7. ging es los! Aber die schon zur Hauptgrabung festgestellte geringe Funddichte verfolgte uns auch weiterhin.

Aber dann am 31.7.2018 gelang uns dann doch ein Fund der hier vorgestellt werden soll. Es handelt sich wieder um einen Kugelzahnfisch. Der Kopf ist als Relief sichtbar, der Rest steckt noch im Plattenverband. 9.8.2018
wieder so ein Tag, Sonne brutal, stundenlang spalten und nichts! Dann doch noch am Nachmittag der Fund des Tages, ein Krebs cf. Soleryon.

.

Die vielen folgenden Wochen verlangten uns ein gerütteltes Maß an Fatalismus und Disziplin ab um “nicht die Flinte ins Korn zu werfen”. Zehn Wochen!! lang kein Fund für das Grabungsbuch! Aber durch das stabile Wetter animiert versuchten wir es eben immer wieder. Für den 25.10. hatten wir uns für letzten Einsatz des Jahres verabredet als das unvermutete passierte!
Am Vormittag stießen wir auf eine größere Schildkröte (ca. 40cm lang) in teilweise problematischem Schichtaufbau. Ein Schichtebenen-Versatz und ein vertikaler Kalzit Gang erschwerten die Bergung.

Beim Abheben der Deckschicht 18 wurde ein Brocken aus dem Liegenden gerissen und gab den Blick auf einen Ausschnitt des Panzers frei. Nachdem wir den Schichtblock umlaufend freigestellt hatten, konnten die ersten Platten mit Teilen des Fossils abgetragen werden. Gut erkennbar ist nun der Abdruck des Panzers auf der liegenden Schichtfläche.
In der Nähe des erwarteten Problembereichs spalteten die Schichten undefiniert, wie z.B.hier auf Oberfläche des Panzers. Der Querbruch einer der größeren Platten mit schwach erkennbarer Fossil Substanz. Die gleich Platte unter langwelligen UV-Licht läßt die Fossil Substanz dagegen deutlich erkennen.

Dr. Mäuser, den wir zur Unterstützung bei der Bergung in den Steinbruch gebeten hatten, entdeckte dann am Nachmittag noch eine zweite gigantische Schildkröte ebenfalls in der Schicht 15, nur etwa 5m entfernt. Leider waren bereits Teile unerkannt abgebaut und auf den Abraum verfrachtet worden.

Die Fundsituation; die bereits abgebauten Teile (im Bild unten). Die Pfeile markieren den sich abzeichnenden Panzerumriss. Länge des Maßstabs 80 cm. Ausschnitt des bereits teilweisen abgebauten Areals. Gut erkennbar, auf der rechten Seite, eine Rippe. Bei einer ersten Nachsuche am 26.10. konnten wir schon eine Reihe der fehlenden Stücke aus der Abraumhalde bergen.

.

Eine 2. Nachlese erfolgte dann als Nachteinsatz am 6.November. Mit UV-Strahler und UV-Taschenlampen nutzen wir die Lumineszenz der Fossilsubstanz. Bei dem zwei-stündigen Einsatz konnten wir noch eine Menge der fehlenden Teile sichern, mussten aber auch erkennen, dass sehr viele Kleinstteile unrettbar verloren waren.

Die äußerst schwierige Bergung begann am 14.11.18, wurde am 15.11.18 fortgesetzt und konnte erst am 16.11.18 vollendet werden. Die extrem brüchige Fossilsubstanz und die kleinklüftigen Risse in den Schichten oberhalb und unterhalb des Fossils erforderten eine ständig variiende Vorgehensweise.

Die Bergungsfläche wird vorbereitet. Die Schicht 16 wurde soweit möglich abgebaut. Kleine Stücke der Fossil-Substanz werden in kleinen Tüten geborgen und markiert um sie später zuzuordnen.  Der Abbau im Randbereich gestaltete sich noch sehr einfach. Je näher wir dem Rand der Kröte kamen, desto stärker zerfielen die Platten. Um die Bergung zu erleichtern wurden die Schichten am oberen und unteren Ende (mit Sicherheitsanstand) abgegraben, um besser, aus verschiedenen Richtungen, die zu bergenden Platten vom Untergrund zu trennen.
Die ersten Stücke mit Teilen des Fossils sind geborgen und werden gleich mit Wickelfolie gesichert. Guter Rat ist teuer? Beratung über die weitere Vorgehensweise. Edelstahlbleche unter die Schichten zu treiben geht nicht, weil der Untergrund sehr wellig ist. Also doch weiter mit Spachtel, Meisel und Kelle. Die fortschreitende Bergung erlaubte uns immer wieder fantastische Einblicke. Die riesigen Wirbel des Schwanzes ragen aus dem Rückenpanzer. Links daneben verschobene Teile des Bauchpanzers??

.

.

Das Naturkunde-Museum Bamberg
Fleischstr. 2,
96047 Bamberg
www.naturkundemuseum-bamberg.de

Das Naturkunde-Museum Bamberg und die historische Altstadt von Bamberg sind zu jeder Zeit einen Besuch wert.

Neben der paläontologischen Sammlung, der mineralogischen Sammlung, einer Insektensammlung und vielem mehr, stellt der historische Vogelsaal ein weiteres Highlight dar.

Die Wattendorf-Ausstellung ist nunmehr als Dauerausstellung eingerichtet und soll durch die Umbaumaßnahmen in den kommenden Jahren räumlich erweitert werden.

 

An dieser Stelle auch wieder der Hinweis auf die 2. überarbeitete Broschüre:
„Frankenland am Jurastrand“
mit einer großen Informationsfülle und großartigen Bildern auf 60 Seiten.

.

Wegen der besonders aufwendigen und schwierigen Präparation der einzigartigen Plattenkalk-Fossilien,
werden auch in Zukunft Sponsoren gesucht die die Patenschaft (Präparationskosten) für einzelne Objekte übernehmen!

.

Neu präparierte Museums-Exponate:

 

 

Aus der letztjährigen Grabung, Pleurosaurus sp. ca. 143 cm lang.

 

Ein Raubfisch aus der Familie der Caturidae, ca, 75 cm lang.

 

 

Aus der letztjährigen Grabung, Der Kugelzahnfisch ca. 30 cm lang, eine neue Art oder Gattung?

 

w-cfk Juli 2018

Tags: ,

Gepostet in Berichte

Top